Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen, Bänder halten Gelenke zusammen. Beide bestehen aus straffen Faserbündeln, die im Lauf des Lebens schlechter durchblutet werden. Deshalb reißen sie im mittleren und höheren Alter oft ohne großen Unfall – beim Anheben einer Last, bei einem Fehltritt oder einem kurzen Antritt.
An der Schulter umgibt die Rotatorenmanschette den Oberarmkopf: vier Muskeln, deren Sehnen den Arm heben, drehen und im Gelenk zentrieren. Risse hier sind meist verschleißbedingt und treten fast immer nach dem 50. Lebensjahr auf. Typisch sind nächtliche Schmerzen, Schwäche beim Heben des Arms und Beschwerden bei Arbeiten über Kopf.
Die Achillessehne verbindet die Wade mit der Ferse. Bei fast allen Rissen zeigt sie schon vorher Verschleiß, und nicht jeder Riss wird sofort erkannt – zurück bleibt dann eine Lücke mit Kraftverlust beim Abrollen. Am Knie verhindert das vordere Kreuzband, dass der Unterschenkel nach vorn gleitet. Nach einem alten Riss knickt das Knie manchmal bei Drehungen weg.
Ob und wann operiert wird, hängt auch von der Zeit ab: Eine länger gerissene Sehne zieht sich zurück, der zugehörige Muskel kann sich zurückbilden, und eine Naht wird schwieriger. Beim Kreuzband ist es nach heutigem Wissen dagegen kein Nachteil, zunächst ohne Operation zu behandeln und später zu entscheiden.